VIDEOTELLURIUM | 2008 - 09

Videoskulptur
Variable Grösse : 5m - 20m

Unterstützt durch
-Fachausschuss Audiovision und Multimedia der Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft
-Ernst Göhner Stiftung
-ValiART bei Valiant

 

:: technische Zeichnung ::

Videotellurium / Motion II

"Die Erde erinnerte uns an eine im dunklen Weltall hängende Christbaumkugel. Als wir uns weiter und weiter entfernten diminuierte sich ihre Grösse. Schliesslich schrumpfte sie zur Grösse einer Murmel, die schönste Murmel die man sich vorstellen kann. Dieses schöne, warme, lebendige Objekt sah so zerbrechlich aus, schien so empfindlich, dass es durch die sanfte Berührung mit einem Finger
zerbröckeln und auseinander fallen würde. Dieser Anblick muss einen Menschen verändern..." - James Irwin, Astronaut USA

Katja Loher versetzt die Betrachter ins Weltall, zeigt den Blick von aussen auf unseren Planeten und lässt aus der Distanz über die Erde sinnieren. Das "Videotellurium"* fixiert in den Planeten Fragen und konserviert diese als Artefakte für die Zukunft.

"Videotellurium" ist eine raumgrosse, skulpturale Repräsentation eines Telluriums, ein mechanisches Modell der Himmelskörper in unserem Solarsystem. Katja Loher verwandelt Riesenballone in «Videoplaneten», die mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten und Richtungen um die Sonne im Zentrum kreisen und sich konstant um die eigene Achse drehen. Videoprojektoren rotieren als Monde und Satelliten um die Planeten und bespielen sie mit bewegtem Bild. "Videotellurium / Motion II" besteht aus einer Sonne und zwei rotierenden Planeten.

Die Videos präsentieren Choreographien mit Menschenmengen aus der Vogelperspektive. Dadurch entstehen reale Abbilder, durch die Uniformität wie geklont und durch die Perspektive verfremdet. Die Menschen wirken wie Einzeller unter dem Mikroskop, die wir beobachten und untersuchen. In den Choreographien akkumulieren sich die Individuen, sie verwandeln sich in scheinbar abstrakte Muster bis letztendlich ein monochromes Ornament wie in einem Kaleidoskop entsteht. Im Übergang des Individuums in die Masse wird der Körper abstrahiert und der Mensch zum Muster. Mit dieser reduzierten, mikroskopischen Bilderwelt konstruiert Katja Loher visuelle Poesie. Die Tänzer formen Buchstaben, die in der Postproduktion zu Fragen kombiniert werden. So erscheinen zum Beispiel folgende Fragen auf dem roten Planeten: "Do fish love cats as much as cats love fish ? How can a fish tell a cat when a fish loves a cat ? How can we dance with both feet on the ground ?"
Damit werden Szenen kombiniert, in welchen die Menschen zu nummerierten Teilen einer riesigen Maschine werden. Die jüngsten Choreographien präsentieren Menschengruppen, die Arbeiten verrichten müssen, die früher von der Natur erledigt wurden, damit die Menschheit in ihrer gegenwärtigen Zahl überleben.

*Ein Tellurium (lat.: Tellus - die Erde) ist ein mechanisches Modell zur Demonstration der Bewegungen und Positionen der Himmels-körper im heliozentrischen Solarsystem.


:: VIDEOTELLURIUM / MOTION II , jetzt in Zürich ::

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