RGB PLANET

Videoplanet 2010, Videoprojektion auf Chloropren Ballon.
Grösse variabel (1-2.5 Meter Diameter)
Video: HD, 11:33min (loop)

 

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Katja Loher projiziert ihre Videos auf die Oberfläche von grossen, glatten Globen, die mitten im Raum hängen. Die 31-jährige Schweizer Künstlerin löst sich vom Monitor und der Black Box, in der Videos auf eine oder mehrere Wände projiziert werden, und inszeniert statt dessen ihre Werke als raumgreifende "Videoskulpturen". Sie entstehen in ihrem New Yorker Atelier in enger Zusammenarbeit mit Tänzern, Choreografen, Musikern und Designern. Loher nennt sie "Videoplanets" und "Miniversen". Die kleinformatigen "Miniversen" sind Kugeln, deren Innenseite bespielt und der Aussenwelt durch Oeffnungen erschlossen wird. Wie die grossformatigen "Videoplanets" reflektieren sie die Conditio humana in der globalisierten Welt.
In ihren skulpturalen Videoarbeiten eröffnet Loher ein Spannungsfeld zwischen märchenhafter Fantasie und beklemmender Wirklichkeit. So sind die surrealen Welten von realen Figuren bevölkert, die in virtuellen Räumen herumtaumeln und gleichsam den ökologischen Kollaps zu verhindern suchen. Androgyn anmutende Tänzerinnen, die an Feen erinnern, sind bestrebt, die natürliche Grundlage unserer Existenz zu erhalten, indem sie künstlich die Bestäubung von Pflanzen oder gar die Photosynthese vollziehen.

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SCULPTING IN AIR

Videoplanet 2010, Videoprojektion auf Chloropren Ballon.
Grösse variabel (1-2.5 Meter Diameter)
Video: HD, 7:48min (loop)

 

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In ihrem Video, das sie anllässlich der diesjährigen Eröffnung des spektakulären MAXXI-Museum von Zaha Hadid herstellte, greift Loher ein neues Thema auf und inszeniert einen Dialog zwischen Mensch und Computer. Das rudimentläre Frage- und Antwortspiel und die uniform kostümierten Akteure erinnern an Science- Fiction-Filme der 1970er Jahre. Mit ihrer überzeichneten Bildsprache unterstreicht die Künstlerin, dass der Wortwechsel zwischen dem funkelnden Auge und der rotierenden Harddisk keine Verstländigung aufkommen lässt.

Im Gegensatz zur Textebene, die Loher in einzelnen Videos einfügt, ist bei den Bewegungsablläufen kaum eine narrative Struktur auszumachen. Die Bewegungen einer Tanzgruppe sind meist synchron choreographiert. Mit der Vogelperspektive, die Loher in fast allen Arbeiten einsetzt, wird die Disposition der Körper als klares Muster aufgezeichnet. Diese Muster vervielfacht die Künstlerin in kaleidoskopischer Manier bei der digitalen Nachbearbeitung. Die sich stländig verländernden Konstellationen von bewegenden Körpern erzeugen in ihrer symmetrischen Vervielfachung ein rhythmisch pulsierendes Kollektiv. Lohers trläumerisch inszenierte apokalyptische Fabeln suggerieren uns, dass die "Rettung des Planeten" nur mit kollektiver Kraft ermöglicht werden kann.

Text: Ruth Littman

 

 

 

 

 

 

 

 

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