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Hohe Kunst hoch über der Konzerthalle
Alison Anderson, Perthshire Advertiser, 16 Mai 2008

Ein riesiger weisser Wetterballon ist der neueste Sonderbeitrag bei Threshold - Schottlands einzigem Kunstraum, der sich dem Fördern und Sammeln digitaler Medienkunst widmet - bei der Perth Konzerthalle.
Mit seinen 2.5 Metern Durchmesser bietet der Ballon eine weitere Möglichkeit, bei Threshold zeitgenössische Kunst zu zeigen - neben den 30 schon existenten Projektionsflächen und Hörstationen.
"Der Wetterballon wird im Bereich der Threshold Bühne installiert werden", erklärte Illiyana Nedkova, Kreativdirektorin von Horsecross. "Er wird als runde Projektionsfläche genutzt werden, um die Werke der Video- und Performancekünstlerin Katja Loher zu zeigen" Ein Programm mit 3 neuen Filmen von Katja ist exklusiv für Threshold Artspace in Auftrag gegeben worden. In ihnen erwächst der Garten Eden aus Samen, philosophische Fragen entstehen aus bewegten Menschenmengen in einem Kaleidoskop aus Bildern.

Vom 21. Mai bis zum 31. August wird dieser Beitrag in Thresholds neuer Ausstellung zu sehen sein, Primary ingredients (Grundzutaten), die sich mit Frage befasst, inwieweit Text, Buchstaben und Dichtung die Grundlage einer Künstlerpalette bilden.
Nedkova fügt hinzu: "Die Art, wie Katja einige der 74 Gedichte und 316 Fragen über Leben, Tod, Natur und Wiedergeburt animiert hat, die Pablo Neruda (1904-1973) in seinem letzten Lebensjahr geschrieben hat, ist faszinierend anzusehen."

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Aufbruch am Ende von Raum und Zeit
Die Schaffhauserin Katja Loher lebte und arbeitete das letzte halbe Jahr im Atelier des Kantons in Berlin. Ein Besuch am letzten Tag ihres Aufenthaltes.
Schaffhauser Nachrichten, Robin Blank, 5. Juli 2008
Ausschnitte aus dem Artikel:

Aufbruch am Ende von Raum und Zeit
(...) Draussen ist es heiss, die hellbraune Spree steht fast unter der Jannowitzbrücke, der Himmel ist blau. "Ein Bluescreen-Tag", sagt Katja Loher, die an solchen Tagen den Berliner Himmel filmt und diesen als austauschbaren Hintergrund für ihre Videofilme verwendet. Hier in Berlin Mitte ist Katja Loher nicht die einzige, die mit Video arbeitet: Gleich in der Nachbarschaft sind es die Chinesen und die Türken, die ihre Botschaftsgebäude mit Kameras ü berwachen.
Aber auch in der Kunst von Katja Loher dient das Medium Film dazu, zu beobachten, zu sehen und die Welt aus neuer Perspektive zu betrachten. Etwa aus der Vogelperspektive wie in ihren Filmsequenzen, die auf grosse weisse Ballons - sie bernehmen meist die Funktion von Planeten in Lohers Kunst - projiziert werden.
An der Atelierwand hängt eine hellblaue Papierbahn, die sich über mehrere Meter erstreckt und in die Monate Januar bis Juni eingeteilt ist. Ueberall sind Begriffe und Anmerkungen, Termine mit Filzstift aufgekritzelt, "ich finde Zeit so etwas Abstraktes, deshalb hilft mir das, den Ueberblick zu bewahren", sagt Loher.

Vermehrt in Osteuropa
(...)In einem der zahlreichen Seen schwimmen, Yoga und eben kochen, das tut sie, wenn sie nicht gerade Filme schneidet, in Polen mit spezialisierten Firmen über die Lieferung von Einzelteilen für ihre Kunstwerke verhandelt. Sie hat viel gelernt und sich selber beigebracht. Zum Beispiel Ventilatoren einlöten. Oder Galerien suchen, Kontakte knüpfen. Oder wie man sich allein in einer neuen Stadt zurecht findet. Und in jeder neuen Stadt fängt man wieder bei null an, zurück zur Ausgangslage. "Das fasziniert mich, denn ich lerne jedesmal so viel", sagt Katja Loher. Wenn sie sich eingelebt hat, geht es weiter, nächste Stadt, alles von vorn. "Aber ich komme auch immer wieder zurück", sagt sie.

Abschied nehmen
(...)"Wieder an einen Nullpunkt kommen und sich darauf fokussieren können, was wirklich wichtig ist im Leben", sagt Katja Loher über das Ankommen an einem fremden Ort. Und was wäre "wichtig im Leben"? "Glücklich sein mit dem, was man tut, und durch das, wie man agiert; versuchen, die Welt zu ver ändern."
Bisher hatte alles, was sie braucht - ihre Werke auf Festplatte, ihre Kamera und ihr Laptop - in den Koffern Platz. Das wird jetzt immer schwieriger, "denn inzwischen habe ich angefangen, Video-Skulpturen zu machen", sagt Loher. Ein wichtiger Schritt und ein wichtiges Werk: "Miniversum" heisst es und ist eine Art "Mikrokosmos" von Lohers
Gesamtwerk. Die in die aus Hunderten von Kartonschichten aufgebaute Kugel eingelassenen Löcher ermöglichen den Blick auf kleine Bildschirme. Zu sehen sind uniformierte Menschen, die, aus der Vogelperspektive gefilmt, Choreographien vollführen und sich zu Bildern, Darstellungen und zu Worten formieren - "eine neue Art von Sprache für das Medium Video", heisst es in der Dokumentation zum Werk.
Und tatsächlich ist es eine Umkehrung ihrer sonstigen Arbeit, bei der die Kugeln, die Planeten als Projektionsfläche gedient haben - jetzt findet das Leben in der Kugel statt. "Ich will Objekte mit bewegten Bildern beleben", sagt Loher, der schon früher das "Rechteck der Projektion in einem dunklen Raum" nicht mehr reichte.
Berlin sitzt kurz nach 16 Uhr in den Strassencafes. Richtige Wehmut hat Katja Loher nicht. "Ich denke, wenn man sich von da, wo man ist, wegnimmt und das von fern betrachtet, dann erhält man ein anderes Bewusstsein", sagt sie und meint ihre Arbeit - und spricht irgendwie auch über sich selber.

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16.06.07 / Regioartline
Dietrich Roeschmann

Wir stellen ihnen auf den folgenden Seiten zehn ausgewählte Einzelpositionen vor, die uns in den letzten Monaten auffielen - und die von einer der Galerien zwischen Karlsruhe, Basel und Strasbourg vertreten werden, die an die Art38 Basel eingeladen wurden.

Katja Loher: Die Welt als Spiel
Die junge Schweizerin dreht in ihrer Wahl-Heimat New York grosses Kunstkino über die Dialektik der Freiheit

Das Schachfeld und das Schlachtfeld sind nicht nur phonetisch n ächste Nachbarn. Das zeigt sehr eindrücklich Katja Lohers Video-Arbeit, die die 27-Jährige kürzlich mit rund 50 SchauspielerInnen realisierte. In einem Setting, das in seiner reduzierten Kulisse an Lars von Triers Lehrstückkino ("Dogville", "Manderley") erinnert und von Figuren bevölkert wird, die einem Video von Matthew Barney entflohen sein könnten, stellt Loher hier die Macht- und Ohnmachtverhältnisse in der globalisierten Welt als klare Wechselbeziehung zwischen Oben und Unten nach. Die strikte Logik von Herrschaft und Unterdrückung führt nach einer Weile jedoch zu ihrem Scheitern, die Hegemonie der Könige gerät ins Wanken, die Bauern streiken und übernehmen die Führung. Doch auch sie scheitern an ihr: Weil sie nie die Gelegenheit hatten, einen Begriff von Verantwortung zu entwickeln, den die Könige ihrerseits durch die Logik der Gewalt längst überwunden haben. Was bleibt, ist das Vakuum - ein bedrohlicher Zustand für alle Beteiligten. "Schachfeld" - zurzeit im Palazzo Liestal zu sehen - ist die aktuellste Arbeit der in Basel und New York lebenden Medienkünstlerin, die in ihren aufwändig produzierten Videos seit einigen Jahren ebenso präzise wie poetische Metaphern auf das ambivalente Verhältnis von Macht, Freiheit und Abhängigkeit liefert.

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Ausschnitt aus der Broschˆºre zur Ausstellung, Mai 2007
Helen Hirsch ist Kunstwissenschaftlerin und Kuratorin, Direktorin Kunstmuseum Thun

Katja Loher (geb.1979) inszeniert ein menschliches Schachspiel mit lebendigen Figuren. Dabei zieht sie, wie bei Marionetten, die Fäden und stellt so die partizipative Rolle des Menschen in Frage. Das strategische Schachspiel mutiert zu einem Kampf zwischen Leben und Tod und suggeriert ein «Endspiel» in der Tradition Becketts.

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Ausschnitt aus einem Interview in der Broschˆºre zur Ausstellung, Mai 2007
Peter Stohler ist Kunstwissenschaftler und Kurator, Direktor Centre pour l' image contemporaine, Genf

Die Performance- und Videokünstlerin Katja Loher (New York und Basel) im Gespräch über ihr neueste Arbeit Schachfeld (2007), welche sie erstmals in der Kunsthalle Palazzo als High-Definition-Videoprojektion zeigt. Der zwanzigminütige Film – mit fast 50 Schauspielern in New York inszeniert – zeigt zwei stilisierte, roboterhafte Figurengruppen auf einem Schachfeld. Nach und nach verselbständigen sich die Akteure und geben dem so stark reglementierten Spiel eine unerhörte Wendung.

Peter Stohler: Du arbeitest wie eine Regisseurin «grosser» Kinofilme. Für Schachfeld filmst du gleichzeitig mit drei Kameras, hast Profis für eine hochartifizielle Tonspur engagiert. Schachfeld ist visuell sehr aufregend und perfekt durchstilisiert. Einiges erinnert an die verschrobene Welt eines Matthew Barney. Hat dies damit zu tun, dass du seit 2004 vorwiegend in New York arbeitest?
Katja Loher: Das hat sicher mit dem extremen Potential dieser Stadt zu tun. Viele sind dort bereit, sofort etwas anzupacken, diese Stadt motiviert grenzenlos zu denken. Die Idee mit grossen Menschengruppen zu arbeiten entstand letztes Jahr während meiner Residenz in New York, für Video Optica hatte ich eine grössere Menschenmenge dirigiert, welche sich zu Buchstaben gruppierte.
Peter Stohler: Deine früheren Videoarbeiten wirken sehr «stimmungsvoll»: sie evozieren eine sehr persönliche, verspielte Welt. Schachfeld dagegen ist politischer und dreht sich um so gravierende Dinge wie den Aufstand gegen etablierte Machtverhältnisse: das Schach- wird zum Schlachtfeld. Inszenierst du nun «Welttheater»?
Katja Loher: Ich halte es gerade heute wieder für sehr wichtig, prägnante Aussagen zu formulieren, weil wir als engagierte Kunstschaffende grosse Verantwortung tragen. Ich frage mich, wie wir heute mit Kunst politische Aussagen machen können und versuche es immer wieder neu. Bei Schachfeld wird die Erdkugel mit Schach, dem strategischen Kriegsspiel verglichen und es befinden sich vielschichtige, politische Hinterfragungen in der Narration.

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AZ SCHAFFHAUSEN, KULTUR, 23.11.2006, Peter Pfister
Katja Loher und Walter Pfeiffer im Forum Vebikus
HONIGSAUGENDE HELIKOPTER UND LUFTIGE TRÄUME
Mit Walter Pfeiffer und Katja Loher treten im Vebikus zwei Schaffhauser Kunstschaffende auf, die sich auswärts einen Namen gemacht haben.

PLANETEN IM ALL
Eine ganz andere Traumwelt hat und Katja Loher hergerichtet. Die 1979 geborene Schaffhauserin, die in Genf und Basel Medienkunst studiert hat und zurzeit in New York arbeitet, hat bereits Ausstellungen in Polen und China in Aussicht. Im verdunkelten Südraum schweben 4 Wetterballone, auf die Videoloops projiziert werden. Der Besucher schaut wie aus dem dunklen All auf die Planeten und das seltsame Geschehen, das sich auf ihnen abspielt. Während auf dem einen Planeten mit einem martialischen, von Menschen als Figuren ausgeführtem Schachspiel Krieg zu herrschen scheint, wechseln die Bewohner eines andern zwischen der Unterwasserwelt mit ihren Tücken zu der windgepeitschten Welt darüber. Die dritten formieren sich aus der Vogelperspektive zu Buchstaben, die Sätze aus Pablo Nerudas 1974 posthum veröffentlichtem "Buch der Fragen" bilden: "Wieso bringt man Helikoptern nicht bei, wie man Honig aus der Sonne saugt?" ist da etwa zu lesen. Beim vierten Planeten wird man schließlich selbst zum Beobachteten. In dem in der Wand eingelassenen Spion ist nämlich eine Kamera installiert, welche die sich nähernde riesige Nase für alle außer einem selber auf den Ballon projiziert. Die Blickrichtung wird so auf einmal um 180 Grad gedreht, und die Planeten, argwöhnen wir, können genauso gut riesige Augäpfel sein, welche uns ebenso beobachten wie wir sie.

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Schaffhauser Nachrichten, 22.11.2006, Alfred Wüger
Eine äusserst gut besuchte Vernissage erlebten zwei Künstler mit Schaffhauser Wurzeln, Walter Pfeiffer und Katja Loher, am Samstag im Vebikus.
Im Südraum hat die 1979 geborene Videokünstlerin Katja Loher unter dem Titel "Eine Sicht auf die Planeten 2006: himmlische Beobachtungen" ein begehbares Universum gestaltet.Auf in Brusthöhe hängende Wetterballone werden Videofilme projiziert. Alltagsszenen oder collagierte Einzelaufnahmen mit Menschen aus grosser Höhe, die sich zu witzigen Aussagen formatieren, etwa "Between the sun and the oranges". Es sind Planeten mit poetischer Atmosphäre, die Neugierde weckt und einem gleichzeitig mitten ins Geschehen versetzt. Je mach Blickwinkel sehen die laufenden Bilder aus wie die schimmernde Iris eines Augapfels - dieses Spiel zwischen Beobachter und Beobachtetem wird mit einer in der Wand - wie ein Türspion - installiertem Kamera auf die Spitze getrieben: Der verstohlen durchs "Peephole" Äugende wird für die anderen entlarvt.

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Basellandschaftliche Zeitung, 1.8.2006, Ann-Katrin Harfensteller
Der Spezielle Blick durchs Schlüsselloch

Wird dem Betrachter anhand dieser Arbeit klar, wie einengend und gleichzeitig ausschnitthaft der eigene Blick sein kann, konfrontiert die Künstlerin Katja Loher den Besucher auf noch direktere Weise. Eine Art Türspion am Eingang der Ausstellung lädt ein, kurz hindurchzuschauen, um zu sehen, was passiert. Man sieht nichts. Betritt der Besucher dann die anderen Räume, sieht er sich einer grossen, an der Decke befindlichen Kugel gegenüber, die einem Auge ähnlich die Personen gross verzerrt zeigt, die gerade in das Schlüsselloch blicken. Und hier kommt es erneut zu einer Bewegung, diesmal macht sie der Besucher selbst, und zwar geht er zurück in den ersten Raum und vollzieht damit eine Kreisbewegung. Indem Moment, als er versuchte in einer intimen Situation etwas zu beobachten, wird er selbst der Öffentlichkeit preisgegeben. Es ist eine seltsame, beängstigende Umkehrung, die, wie die Künstlerin, die in New York war, sagt, die Kontrollmechanismen der gegenwärtigen Realität thematisieren.

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Riehener Zeitung, 25. August 2006, Urs Grether
KULTUR "Unterwegs zur Arbeit"- Stipendiaten des regionalen Austauschprogramms "iaab" stellen im Kunstraum Riehen aus
WENN DAS OFFENE (NICHT) ZUM EIGENEN FUEHRT
Im Kunstraum Riehen haben die beiden Künstlerinnen Lena Erikson und Chris Regn Protagonistinnen der lokalen Kunstszene eingeladen, die meisten davon waren Stipendiaten des regionalen Austauschprogramms "iaab". Das Thema der Ausstellung heisst "Unterwegs zur Arbeit".
...sehr gelungen ist Katja Lohers Guckloch am Eingang, das die Gesten und Gesichter der Eintretenden im inneren auf einen runden Ballon projiziert. Resultat einer um sich greifenden Paranoia, die die Künstlerin in New York erlebt hat. Die Verfertigung von Räumen und Räumlichkeiten ist eine in der Ausstellung prominent vertretene Situation.

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Atelierstipendiaten in New York ,DRS1 Radio Interview, Denise Langenegger, Journalistin
Die Wichtigkeit der New Yorker Stipendien zeigt, dass sich viele der Schweizer Stipendiaten, wie der Musiker Ernst Fischbach oder der Künstler Ugo Rondinone international einen Namen gemacht haben und wer weiss vielleicht wird Katja Loher die nächste sein...

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Basel Landschaftliche Zeitung, 24. Mai 2006
KUNST Die Preisträgerinnen und Preisträger der Alexander-Clavel-Stiftung widmen sich dem Thema "Treibhaus"

Natürliches und Künstliches zum Salon-Treibhaus

Passend zum Jahr des Gartens, das von verschiedenen Schweizer Organisationen im Bereich Dankmal- und Gartenpflege dieses Jahr gefeiert wird, wählte die Alexander-Clavel-Stiftung für die Ausstellung ihrer diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger das Thema Treibhaus.
Wie Kiki Seiler.Michalitsi, Kulturbeauftragte der Stiftung, vergangene Woche an der Vernissage ausführte, gipfelt im Treibhaus der Traum des Menschen, die Natur völlig unter seine Kontrolle zu bringen. Waren die geheimnisvollen Orte exotischer Pflanzenzucht zunächst dem Adel vorbehalten, so setze im 19. Jahrhundert   eine Demokratisierung ein. Ende des 19. Jahrhunderts verschwanden die Glas- und Gewächshäuser, die Wintergärten und Kristallpaläste weit gehend, so seiler- „einer schimmernden Seifenblase ähnlich die den Atem der Zeit nicht überdauerte und zerplatzte. Als Fluchtorte sozialer Utopien beflügelten sie die Fantasien bildender Künstler und Literaten ihrer Zeit. Inwiefern ist das heute noch möglich?
Die Stiftung machte die machte die Probe aufs Exempel und ließ die PreisträgerInnen Manon Bellet, Regula Dettwiler, Martin Heldenstab, Indra, Katja Loher und Lukas Bärfuss zum Thema Treibhaus für die Ausstellung in der Villa Wenkenhof arbeiten. Manche Arbeiten nehmen das Thema sehr direkt auf. So etwa Regula Dettwilers "Luis und Luis", zwei Gummibäume, in der Mitte des Gartensaals, die Blattränder mit Spitzen versehen. Ebenso Katja Loher, die Aufnahmen von wachsenden Pflanzen in ein Video integriert und auf einen Riesenballon projiziert. Weniger offensichtlich mit dem Treibhaus, aber dennoch, mit dem Thema von Natürlichkeit und Künstlichkeit verbunden sind die Werke von Manon Bellet, Martin Heldenstab und Indra.

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