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PRESSE 2006
AZ SCHAFFHAUSEN, KULTUR, 23.11.2006, Peter
Pfister
Katja Loher und Walter Pfeiffer im Forum Vebikus
HONIGSAUGENDE HELIKOPTER UND LUFTIGE TRÄUME
Mit Walter Pfeiffer und Katja Loher treten im Vebikus zwei Schaffhauser
Kunstschaffende auf, die sich auswärts einen Namen gemacht haben.
PLANETEN IM ALL
Eine ganz andere Traumwelt hat und Katja Loher hergerichtet. Die 1979
geborene Schaffhauserin, die in Genf und Basel Medienkunst studiert
hat und zurzeit in New York arbeitet, hat bereits Ausstellungen in
Polen und China in Aussicht. Im verdunkelten Südraum schweben
4 Wetterballone, auf die Videoloops projiziert werden. Der Besucher
schaut wie aus dem dunklen All auf die Planeten und das seltsame Geschehen,
das sich auf ihnen abspielt. Während auf dem einen Planeten mit
einem martialischen, von Menschen als Figuren ausgeführtem Schachspiel
Krieg zu herrschen scheint, wechseln die Bewohner eines andern zwischen
der Unterwasserwelt mit ihren Tücken zu der windgepeitschten Welt
darüber. Die dritten formieren sich aus der Vogelperspektive zu
Buchstaben, die Sätze aus Pablo Nerudas 1974 posthum veröffentlichtem
"Buch der Fragen" bilden: "Wieso bringt man Helikoptern nicht bei,
wie man Honig aus der Sonne saugt?" ist da etwa zu lesen. Beim vierten
Planeten wird man schließlich selbst zum Beobachteten. In dem in
der Wand eingelassenen Spion ist nämlich eine Kamera installiert,
welche die sich nähernde riesige Nase für alle außer
einem selber auf den Ballon projiziert. Die Blickrichtung wird so auf
einmal um 180 Grad gedreht, und die Planeten, argwöhnen wir, können
genauso gut riesige Augäpfel sein, welche uns ebenso beobachten
wie wir sie.
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Schaffhauser Nachrichten, 22.11.2006,
Alfred Wüger
Eine äusserst gut besuchte Vernissage erlebten
zwei Künstler mit Schaffhauser Wurzeln, Walter Pfeiffer und Katja Loher,
am Samstag im Vebikus.
Im Südraum hat die 1979 geborene Videokünstlerin Katja Loher
unter dem Titel "Eine Sicht auf die Planeten 2006: himmlische Beobachtungen"
ein begehbares Universum gestaltet.Auf in Brusthöhe hängende
Wetterballone werden Videofilme projiziert. Alltagsszenen oder collagierte
Einzelaufnahmen mit Menschen aus grosser Höhe, die sich zu witzigen
Aussagen formatieren, etwa "Between the sun and the oranges". Es sind
Planeten mit poetischer Atmosphäre, die Neugierde weckt und einem
gleichzeitig mitten ins Geschehen versetzt. Je mach Blickwinkel sehen die
laufenden Bilder aus wie die schimmernde Iris eines Augapfels - dieses
Spiel zwischen Beobachter und Beobachtetem wird mit einer in der Wand -
wie ein Türspion -
installiertem Kamera auf die Spitze getrieben: Der verstohlen durchs
"Peephole" Äugende
wird für die anderen entlarvt.
~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ Basellandschaftliche
Zeitung, 1.8.2006, Ann-Katrin Harfensteller
Der Spezielle Blick durchs Schlüsselloch
Wird dem Betrachter anhand dieser Arbeit
klar, wie einengend und gleichzeitig ausschnitthaft der eigene Blick
sein kann, konfrontiert die Künstlerin
Katja Loher den Besucher auf noch direktere Weise. Eine Art Türspion
am Eingang der Ausstellung lädt ein, kurz hindurchzuschauen, um
zu sehen, was passiert. Man sieht nichts. Betritt der Besucher dann die
anderen Räume, sieht er sich einer grossen, an der Decke befindlichen
Kugel gegenüber, die einem Auge ähnlich die Personen gross
verzerrt zeigt, die gerade in das Schlüsselloch blicken. Und hier
kommt es erneut zu einer Bewegung, diesmal macht sie der Besucher selbst,
und zwar geht er zurück in den ersten Raum und vollzieht
damit eine Kreisbewegung. Indem Moment, als er versuchte in einer intimen
Situation etwas zu beobachten, wird er selbst der Öffentlichkeit
preisgegeben. Es ist eine seltsame, beängstigende Umkehrung, die,
wie die Künstlerin, die in New York war, sagt, die Kontrollmechanismen
der gegenwärtigen Realität thematisieren.
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Riehener Zeitung, 25. August 2006, Urs
Grether
KULTUR "Unterwegs zur Arbeit"- Stipendiaten des regionalen
Austauschprogramms "iaab" stellen im Kunstraum Riehen aus
WENN DAS OFFENE (NICHT) ZUM EIGENEN FUEHRT
Im Kunstraum Riehen haben die beiden Künstlerinnen Lena Erikson und Chris
Regn Protagonistinnen der lokalen Kunstszene eingeladen, die meisten
davon waren Stipendiaten des regionalen Austauschprogramms "iaab".
Das Thema der Ausstellung heisst "Unterwegs zur Arbeit".
...sehr gelungen ist Katja Lohers Guckloch am Eingang, das die Gesten
und Gesichter der Eintretenden im inneren auf einen runden Ballon projiziert.
Resultat einer um sich greifenden Paranoia, die die Künstlerin in New
York erlebt hat. Die Verfertigung von Räumen und Räumlichkeiten ist eine
in der Ausstellung prominent vertretene Situation.
~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ Atelierstipendiaten
in New York ,DRS1 Radio Interview, Denise Langenegger, Journalistin
Die Wichtigkeit der New Yorker Stipendien zeigt, dass sich viele der
Schweizer Stipendiaten, wie der Musiker Ernst Fischbach oder der Künstler
Ugo Rondinone international einen Namen gemacht haben und wer weiss vielleicht
wird Katja Loher die nächste sein...
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Basel Landschaftliche Zeitung, 24. Mai
2006
KUNST Die Preisträgerinnen und Preisträger der Alexander-Clavel-Stiftung
widmen sich dem Thema "Treibhaus"
Natürliches und Künstliches
zum Salon-Treibhaus
Passend zum Jahr des Gartens, das von
verschiedenen Schweizer Organisationen im Bereich Dankmal- und Gartenpflege
dieses Jahr gefeiert wird, wählte die Alexander-Clavel-Stiftung
für die Ausstellung ihrer diesjährigen Preisträgerinnen
und Preisträger das Thema Treibhaus.
Wie Kiki Seiler.Michalitsi, Kulturbeauftragte der Stiftung, vergangene
Woche an der Vernissage ausführte, gipfelt im Treibhaus der Traum
des Menschen, die Natur völlig unter seine Kontrolle zu bringen.
Waren die geheimnisvollen Orte exotischer Pflanzenzucht zunächst
dem Adel vorbehalten, so setze im 19. Jahrhundert eine Demokratisierung
ein. Ende des 19. Jahrhunderts verschwanden die Glas- und Gewächshäuser,
die Wintergärten und Kristallpaläste weit gehend, so seiler- „einer
schimmernden Seifenblase ähnlich die den Atem der Zeit nicht überdauerte
und zerplatzte. Als Fluchtorte sozialer Utopien beflügelten sie
die Fantasien bildender Künstler und Literaten ihrer Zeit. Inwiefern
ist das heute noch möglich?
Die Stiftung machte die machte die Probe aufs Exempel und ließ die
PreisträgerInnen Manon Bellet, Regula Dettwiler, Martin Heldenstab,
Indra, Katja Loher und Lukas Bärfuss zum Thema Treibhaus für
die Ausstellung in der Villa Wenkenhof arbeiten. Manche Arbeiten nehmen
das Thema sehr direkt auf. So etwa Regula Dettwilers "Luis und
Luis", zwei Gummibäume, in der Mitte des Gartensaals, die
Blattränder mit Spitzen versehen. Ebenso Katja Loher, die Aufnahmen
von wachsenden Pflanzen in ein Video integriert und auf einen Riesenballon
projiziert. Weniger offensichtlich mit dem Treibhaus, aber dennoch, mit
dem Thema von Natürlichkeit und Künstlichkeit verbunden sind
die Werke von Manon Bellet, Martin Heldenstab und Indra.
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